Eutin entwickelt die „Smart City“ weiter – in Kooperation mit Uni und TH Lübeck

Nachdem die Bewerbung beim Bundesprogramm „Smart Cities“ im letzten Jahr nicht erfolgreich war, haben die Stadt Eutin und die Stadtwerke Eutin GmbH mit neuem Schwung das Projekt „Modell Smart City“ weiterentwickelt. Dafür haben sie sich kompetente Partner ins Boot geholt.

Die zwei Lübecker Hochschulen und das bundesgeförderte Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Kiel unterstützen dieses zukunftsorientierte Projekt namens Smart Region Lab Eutin. Anfang Februar ging das Projekt an den Start. Mit von der Partie sind die Universität Lübeck und Technische Hochschule Lübeck, die die Digitalisierung der Stadtentwicklung mit ihrem technischen Know-How wissenschaftlich begleiten und dabei unterstützen, die Stadt Eutin zur Datendrehscheibe für die Region auszubauen.

Die TH Lübeck ist mit dem Kompetenzzentrum CoSA (Kommunikation, Systeme, Anwendung) beteiligt, das als Transferpartner des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums fungiert und u.a. das Know-How im Funknetz LoRaWAN (Low Power Wide Area Network) beisteuert.

Swen Leugner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH Lübeck, Transfermanager im Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Kiel und Doktorand am Institut für Telematik der Uni Lübeck sagt dazu: „Es ist sehr lehrreich und spannend, neue Funktechnologien in neuen Anwendungsfeldern zu erproben, die wesentlicher Bestandteil in der Digitalisierung des Landes sind. Besonders erfreulich ist es, wenn die Erprobung von einer Region mitgetragen wird, in der man selbst aufgewachsen ist. Neben dem ‚Smart-Lab Eutin‘ sind wir aktuell dabei, eine Lab-Installation auch am Campus Lübeck durchzuführen. Diese Installation baut auf dem bereits bestehenden TH Lübeck LoRaWAN auf.“

LoRaWAN wurde speziell für das Internet of Things (IoT) und Industrial Internet of Things (IIoT) entwickelt und ist zentraler Baustein des Projektes. Über mehrere hundert Sensoren innerhalb eines Netzwerkes ermöglicht es, Daten zu sammeln, zu verwalten, energieeffizient zu verarbeiten und zu nutzerorientierten Erkenntnissen zusammenzuführen. Der Clou dabei ist, dass alle Daten den Nutzer*innen wieder zur Verfügung gestellt werden. Die dazu entwickelte Plattform, das „Smart Region Lab Eutin“, liefert die Antworten auf Fragen von Bürger*innen und Gästen der Region. Die Sensoren sammeln die Daten und liefern die Informationen in kürzester Zeit.

Wie hoch ist der Lärmpegel? Wie viel Feinstaub- oder Kohlendioxidbelastung gibt es aktuell? Oder auch wo ist noch ein Parkplatz frei? Wie sehen die Verkehrsflüsse innerhalb der Stadt aus? Gibt es Stau und wenn ja, wo? So könnten die Fragen lauten. „Wir wissen noch nicht, welche treibende Daten es sind, aber hier können wir es ausprobieren. Selbst Privatpersonen oder Unternehmen können sich in das Netzwerk mit aufnehmen lassen, sich über verschlüsselte Bereiche der Internetseite ihre Daten darstellen lassen. LoRaWAN gilt als zentrales Element des ‚digitalen Nervensystems‘ der smarten Stadt“, sagt Professor Dr.-Ing. Horst Hellbrück, Leiter des Kompetenzzentrums CoSA an der TH Lübeck und verweist auf die zentrale Frage: Welche neuen Nutzungsformen und Verbesserungen der Lebensbereiche können in einer Smart-Region entstehen?

Diese Fragestellung ist keinesfalls nur etwas für Technikliebhaber, so ist es in der Eutiner Projektinformation zu lesen. Das zu erwartende Ergebnis betrifft auch Dinge, die das ganz alltägliche Leben einfacher machen. Denn die Digitalisierung sämtlicher Bereiche nimmt stetig zu und verändert alle Lebens- und Arbeitsweisen. Sie gibt Hinweise und Antworten auf effizientere betriebliche Abläufe, über smarte intelligentere Steuerung von Energieflüsse oder auch Zeitersparnisse bei Behördengängen durch Online-Anwendungen.

Prof. Dr. Horst Hellbrück (links) und Doktorand Sven Leugner mit dem LoRaWan-Equipment. Foto: TH Lübeck
Prof. Dr. Horst Hellbrück (links) und Doktorand Sven Leugner mit dem LoRaWan-Equipment. Foto: TH Lübeck